HAUSFREUNDE – Bauen, Renovieren, Finanzieren

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Folge 33: Was tun gegen steigende Baupreise?

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In der aktuellen Folge des Podcasts HAUSFREUNDE sind die Baupreise zentrales Thema. Sie steigen – aus unterschiedlichen Gründen. Wie kann man dagegen steuern? Abwarten ist sicher kein guter Rat, weil niemand vorhersagen kann, wann die Baupreise vielleicht mal wieder nachgeben. Wer aber jetzt eine laufende Baustelle hat oder demnächst beginnen möchte, kann nicht abwarten. Das wäre sicherlich teurer, als in den sauren Apfel der höheren Baupreise zu beißen. Denn der Kredit läuft und muss bedient werden, man wohnt länger zur Miete und hat so einen längeren Zeitraum der Doppelbelastung. Die Verträge mit den Handwerkern oder auch Fertighausherstellern haben in vielen Fällen eine Preisbindung. Gibt es in dem Vertrag keine „Preisgleitklausel“ kann ich als Bauherr auf den angebotenen Preis bestehen, vor allem, wenn auf der Baustelle schon gearbeitet wird. Diese Klausel bezieht sich auf die Materialkosten. Wenn die Preise z.B. für den Dämmstoff steigen, dann kann der höhere Preis an mich als Endkunden weitergegeben werden. In Zukunft wird mit solchen Klauseln sicherlich vermehrt gearbeitet werden. Die seriösen Firmen und Handwerker sollten auf jeden Fall mich als Kunden über diese Klausel informieren. Ein guter Rat für Bauherren ist auch, genau in den funktionalen Baubeschreibungen nachzulesen. Da ist üblicherweise nicht genau festgeschrieben, mit welchem Produkt gedämmt wird oder welche Fliesen und Armaturen im Bad verbaut werden. Je genauer das festgeschrieben ist, desto besser kann ich auf genau das oder ein gleichwertiges Produkt bestehen, denn es ist ja vertraglich geregelt und beide Seiten haben diesen Vertrag auch unterzeichnet. Im Vorfeld kann man als Bauherr oder Bauherrin aber auch einiges tun. Es gibt 3 wichtige Aspekte für ein preiswertes Haus:

1 Klug und einfach planen und bauen

2 Genau überlegen, wieviel Wohnfläche brauchen wir wirklich

3 Mit industriellen Materialien arbeiten und sich über die Oberflächenqualität Gedanken machen

Und um noch einen vierten Punkt hinzuzufügen: Mit einem versierten Architekten bauen. Bei der Planung kann ein guter Architekt schon mit dem Entwurf und der Art der Konstruktion mit dazu beitragen, Budget zu sparen. Den Baukörper möglichst kompakt halten und die Spannweiten der Decken nicht zu groß werden zu lassen, die tragenden Wände vom Keller bis zum Obergeschoss möglichst in gerader Linie übereinanderstehen zu lassen und Bäder und Küche an einem Versorgungsschacht anzulegen – mit all diesen Maßnahmen lässt sich in Summe Geld sparen. Zudem wissen die Planenden aus Erfahrung recht gut welches Material und welche Konstruktion z.B. für eine Decke am wirtschaftlichsten ist. Vor allem bei den Preisen für Baustahl und Holz kann ich da mit einer materialgerechten Planung gutes Geld sparen. Am effektivsten spart man, wenn man die Wohnfläche reduziert. Denn jeder Quadratmeter, der nicht gebaut wird, der muss auch nicht bezahlt werden. Mit einem cleveren Grundriss kann ich als vier- oder fünfköpfige Familie auch auf 130 Quadratmetern ziemlich gut wohnen. Vor ein paar Jahren war es normal, ein Haus mit 160 Quadratmetern Wohnfläche zu bauen. Bei einem Baupreis von 2.800 Euro pro Quadratmeter sind das also bei 30 Quadratmetern eingesparter Fläche gleich mal 84.000 Euro. Die verwendeten Materialien sind ein weiterer Sparfaktor: Muss die Filigranbetondecke oder die Holzbalkendecke unbedingt von unten verputzt oder mit Gipskartonplatten verkleidet werden? Warum nicht mal eine aus Ziegel- oder Betonsteinen gemauerte Wand nicht verputzen, sondern roh lassen oder nur schlämmen? Statt langer Dielen in Eiche lässt sich auch ein Industriestäbchen-Parkett aus Eiche verlegen. Oder auch eine Schiebetür. Klar, die ist schön und schafft eine Verbindung zwischen Innen und Außen. Es tut aber vielleicht auch eine Drehtür. Die ist gleich um einige Tausend Euro günstiger. Der Altbau ist natürlich die Alternative zum Neubau. Wenn man einen Altbau findet, in den man direkt einziehen kann und nur noch kleine Schönheitsreparaturen zu machen sind, dann ist das super. Aber die Kaufpreise steigen dafür natürlich auch da an. Wer aber selbst handwerklich sehr geschickt ist und sich zutraut selbst mit anzupacken, der kann bei der Sanierung eines Altbaus schon sparen. Und auch das Bewusstsein, Materialien wieder zu verwenden, nimmt mit den steigenden Baupreisen zu. Es sind alle Beteiligten am Bau und bei der Sanierung gefragt, alte „Denk- und Verhaltensweisen“ an die neue Situation anzupassen. Unsere Häuser haben einen extrem luxuriösen Standard im Vergleich zu Häusern in Frankreich, den Niederlanden oder Großbritannien. Dort wird preiswerter gebaut, weil der Standard nicht so hoch ist und es auch weniger Normen und Vorschriften gibt. Der Verzicht auf das ein oder andere liebgewonnene Material und die perfekte Ausführung tut gar nicht so weh und schränkt unser Leben im Haus nicht ein.

Mehr Infos unter: haus.de

E-Mail:

hausfreunde@haus.de


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